Bei Verksum hat sich in den letzten Tagen etwas verändert. Nicht durch ein einzelnes spektakuläres Feature, sondern weil die Entwicklung inzwischen einen Punkt erreicht hat, an dem ich zum ersten Mal ernsthaft anfangen kann, Verksum selbst für echte Arbeit zu benutzen. Das klingt zunächst nach einem kleinen Schritt. Für mich ist es aber einer der wichtigsten bisher.
Bisher habe ich Verksum vor allem gebaut
Die Idee hinter Verksum ist schon lange klar: Ich möchte keinen weiteren KI-Chat, sondern einen Arbeitsplatz, an dem ich digitalen Mitarbeitern Aufgaben geben kann. Sie sollen unterschiedliche Rollen übernehmen, Werkzeuge benutzen, mit Dateien arbeiten und daraus echte Arbeitsergebnisse erzeugen. In den vergangenen Wochen habe ich dafür sehr viel Infrastruktur gebaut – Agenten, Teams, Modelle und Runtimes, Rechte, Arbeitsbereiche, Dokumente, Statusanzeigen. All das war notwendig. Aber eine funktionierende Infrastruktur beantwortet noch nicht die wichtigste Frage: Will ich damit tatsächlich arbeiten? Genau das kann ich jetzt erstmals ernsthaft ausprobieren.
Aus Entwickeln wird Benutzen
Bisher habe ich Verksum fast ausschließlich aus der Entwicklerperspektive betrachtet: Was fehlt noch? Welche Architektur ist sinnvoll? Wie sollen Agenten konfiguriert werden? Welche Runtime soll darunterliegen? Wie muss die Oberfläche aussehen? Jetzt kommen andere Fragen dazu. Hilft mir Verksum tatsächlich? Spart es mir Arbeit? Verstehe ich, was meine digitalen Mitarbeiter tun? Kann ich ihnen einen Auftrag geben und mich danach anderen Dingen widmen? Und bekomme ich am Ende ein Ergebnis, mit dem ich wirklich weiterarbeiten kann? Das sind für mich die wesentlich interessanteren Fragen.
Ein erster echter Anwendungsfall liegt direkt vor mir
Mein Blog ist dafür ein gutes Beispiel. Ich schreibe beziehungsweise bespreche einen Artikel mit einem Redakteur. Irgendwann sage ich: Der Text passt, veröffentlichen. Ab diesem Moment möchte ich eigentlich nichts mehr damit zu tun haben. Ich möchte nicht wissen, welcher Branch angelegt wird. Ich möchte keinen Pull Request sehen. Ich möchte keinen Technical Lead einschalten. Und ich möchte auch nicht drei weitere digitale Mitarbeiter dabei beobachten, wie sie sich gegenseitig Arbeit übergeben. Der Artikel soll technisch geprüft, korrekt aufbereitet und veröffentlicht werden. Wenn dafür keine Entscheidung von mir notwendig ist, soll Verksum das einfach erledigen. Genau solche Aufgaben möchte ich jetzt zunehmend in das System hineinziehen.
Dabei merke ich sofort, was noch fehlt
Das finde ich gerade besonders wertvoll. Solange ich Verksum nur entwickle, entdecke ich Probleme aus der Sicht des Entwicklers. Sobald ich es benutze, entdecke ich andere Probleme – zum Beispiel, dass ein einfacher Arbeitsprozess nicht unnötig kompliziert werden darf, oder dass nicht jeder Schritt einen weiteren KI-Agenten braucht. Manche Dinge gehören in generative Modelle, andere lassen sich deterministisch erledigen. Und ich möchte nur dann wieder einbezogen werden, wenn tatsächlich eine Entscheidung von mir notwendig ist. Auch das Thema Arbeitsauftrag wird dadurch konkreter: Ein Agent sollte nicht nur einen Prompt bekommen und danach irgendwie losarbeiten. Der Auftrag braucht ein klares Ziel, Grenzen und einen überprüfbaren Abschluss. Genau diese Dinge erkenne ich jetzt nicht mehr nur theoretisch, sondern weil ich anfange, das System selbst zu benutzen.
Auch die Statusanzeige wird plötzlich wichtig
Dabei ist mir noch etwas aufgefallen. Wenn ein digitaler Mitarbeiter länger arbeitet, möchte ich sehen können, was er gerade macht – nicht jedes technische Detail, aber genug, um zu wissen: Da wird gearbeitet, der Auftrag läuft, der Agent hängt nicht irgendwo fest. Das klingt banal, macht für mein Vertrauen in das System aber einen großen Unterschied. Ich möchte Arbeit delegieren können, ohne anschließend im Dunkeln zu sitzen.
Genau dafür wollte ich Verksum bauen
Das ist für mich gerade der eigentliche Wendepunkt. Verksum war bisher vor allem ein Produkt, das ich entwickelt habe. Jetzt kann daraus langsam ein Werkzeug werden, das ich selbst benutze. Und damit beginnt für mich auch der wesentlich wichtigere Teil der Entwicklung: nicht mehr nur überlegen, wie ein persönlicher KI-Arbeitsplatz funktionieren könnte, sondern jeden Tag feststellen, was davon in echter Arbeit funktioniert – und was noch nicht.